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Modul 3 von 5

KI-Tools prüfen: Einfache Checkliste

20 Min Lesezeit

Was du in diesem Modul lernst

  • Nach diesem Modul kannst du ein KI-Tool anhand der 7-Punkte-Checkliste systematisch prüfen
  • Nach diesem Modul kannst du entscheiden, wann du Schulleitung oder Datenschutzbeauftragte einbinden musst
  • Nach diesem Modul kannst du den Unterschied zwischen privater und offizieller KI-Nutzung erklären und entsprechend handeln

Die 7-Punkte-Checkliste für KI-Tools

Bevor du ein KI-Tool im Schulkontext nutzt, prüfe diese 7 Punkte. Das klingt nach viel Arbeit, ist aber schnell erledigt.

Beispiel aus dem Alltag: Claudia, Schulleiterin, hat sich angewöhnt, jedes neue Tool einmal durch diese Liste zu jagen, bevor sie es fürs Kollegium freigibt. Sie sagt: 'Seit ich die Checkliste nutze, fühle ich mich sicher bei meinen Entscheidungen, und kann dem Kollegium klar sagen, was erlaubt ist.'

1. Anbieter: Wer steckt dahinter? Ein bekanntes Unternehmen, ein Startup, ein Verein? Gibt es ein Impressum? Tipp: Scrolle ganz nach unten auf der Website, dort findest du meistens das Impressum.

2. Serverstandort: Wo werden die Daten verarbeitet? EU/EWR ist besser als USA oder unbekannt. Viele Tools zeigen das in ihren Datenschutzhinweisen. Tipp: Suche in der Datenschutzerklärung nach 'Server', 'Hosting' oder 'Datenverarbeitung'.

3. Datenschutzerklärung: Gibt es eine verständliche Datenschutzerklärung? Steht drin, was mit Eingaben passiert? Werden Daten für Training verwendet? Wenn du die Datenschutzerklärung nicht findest oder nicht verstehst, das ist bereits ein Warnsignal.

4. Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Gibt es einen AVV? Für offizielle Nutzung mit Schülerdaten ist das Pflicht. Für reine Lehrkraft-Nutzung ohne Schülerdaten oft nicht nötig. Was bedeutet das konkret? Wenn Schüler das Tool selbst nutzen sollen, brauchst du einen AVV. Wenn nur du es privat zur Materialerstellung nutzt (ohne Schülerdaten), in der Regel nicht.

5. Datentypen: Welche Daten gibst du ein? Nur allgemeine Inhalte (grün)? Oder personenbezogene Daten (rot)? Denk an die Daten-Ampel aus Modul 1.

6. Freigabe: Hat dein Träger, deine Schulleitung oder dein Bundesland das Tool freigegeben? Manche Länder haben Listen zugelassener Tools. Tipp: Frag als Erstes im Sekretariat oder bei der Schulleitung nach, oft gibt es bereits eine interne Liste.

7. Alternativen: Gibt es ein datenschutzfreundlicheres Tool, das das Gleiche kann? Z. B. europäische Anbieter oder Tools mit lokaler Verarbeitung?

Deine Handlungsregel: Wenn ein Tool bei Punkt 2, 3 oder 6 durchfällt, nutze es nicht mit Schülerdaten. Für rein private Nutzung ohne Personenbezug (GRÜN-Bereich) kannst du flexibler sein.

Privat ausprobiert vs. offiziell im Unterricht

Es gibt einen großen Unterschied zwischen privater und offizieller Nutzung. Dieser Unterschied ist zentral, wenn du ihn verstehst, hast du schon die halbe Miete.

Beispiel aus dem Alltag: Kai, Musiklehrer, nutzt ChatGPT regelmäßig, um Liedtexte zu vereinfachen und Arbeitsblätter zu erstellen. Er gibt nie Schülerdaten ein. Sein Schulleiter hat kein Problem damit, denn Kai nutzt KI wie ein Nachschlagewerk, privat und ohne Personenbezug. Ganz anders wäre es, wenn Kai seine Schüler direkt mit ChatGPT arbeiten lassen wollte.

Privat ausprobieren (du allein, keine Schülerdaten):

* Du darfst KI-Tools privat nutzen, um Ideen zu sammeln oder Texte zu formulieren

* Solange keine personenbezogenen Daten von Schülern, Eltern oder Kollegen eingegeben werden

* Das ist wie privates Googeln, deine Entscheidung

Offiziell mit Schülern nutzen (im Unterricht, verpflichtend):

* Hier gelten strenge Regeln: Freigabe durch Schulleitung/Träger nötig

* AVV erforderlich, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden

* Elterninformation und ggf. Einwilligung nötig

* Keine Pflichtnutzung ohne datenschutzrechtliche Grundlage

Die Grauzone: KI-Ergebnisse im Unterricht zeigen:

* Du erstellst privat ein Arbeitsblatt mit KI und nutzt es im Unterricht

* Das ist in der Regel unproblematisch, solange du keine Schülerdaten eingegeben hast

* Du bist Autor des Materials, wie es entstanden ist, ist deine Sache

Dos and Don'ts:

* DO: KI privat nutzen, um bessere Materialien zu erstellen (ohne Schülerdaten)

* DO: Die Schulleitung informieren, wenn du KI-generiertes Material regelmäßig einsetzt

* DO: Schüler über KI aufklären, wenn du KI-Material im Unterricht verwendest

* DON'T: Schüler ein KI-Tool nutzen lassen, ohne Freigabe und Elterninformation

* DON'T: Ein nicht freigegebenes Tool als 'Pflicht-Hausaufgaben-Tool' einführen

* DON'T: Deine private KI-Nutzung mit offiziellem Einsatz vermischen

Wann musst du nachfragen?

Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel fragen als einmal zu wenig. Nachfragen ist kein Zeichen von Unwissenheit, es ist professionell.

Beispiel aus dem Alltag: Nora, Erzieherin in einer Kita, wollte eine Bilder-KI nutzen, um personalisierte Einladungskarten für die Vorschulkinder zu gestalten. Statt einfach loszulegen, hat sie ihren Träger gefragt. Ergebnis: Die Bilder-KI war okay, aber Nora durfte keine Fotos der Kinder als Vorlage hochladen. Stattdessen nutzte sie die KI für allgemeine Illustrationen, und alle waren zufrieden.

Frag deine Schulleitung / deinen Träger, wenn:

* Du ein neues KI-Tool für alle Kollegen einführen willst

* Schüler das Tool im Unterricht selbst nutzen sollen

* Elterndaten oder Schülerdaten in das Tool eingegeben werden sollen

* Du unsicher bist, ob ein Tool schon freigegeben ist

Frag den Datenschutzbeauftragten, wenn:

* Du nicht sicher bist, ob bestimmte Daten personenbezogen sind

* Du einen AVV brauchst und nicht weißt, wie das geht

* Ein Tool Daten außerhalb der EU verarbeitet

* Du wissen willst, ob dein Bundesland bestimmte Tools erlaubt oder verboten hat

Du brauchst NICHT zu fragen, wenn:

* Du privat ein KI-Tool nutzt, um allgemeine Unterrichtsideen zu generieren

* Du ein bereits freigegebenes Tool im vorgesehenen Rahmen nutzt

* Du keine personenbezogenen Daten eingibst

Deine Handlungsregel: Wenn du dir die Frage stellst 'Muss ich hier nachfragen?', dann frag nach. Dieses Bauchgefühl ist meistens richtig.

0/3

1Du entdeckst ein neues KI-Tool und möchtest es im Unterricht mit Schülern nutzen. Was ist der erste Schritt?

2Du nutzt ChatGPT privat, um ein Arbeitsblatt zu Bruchrechnung zu erstellen. Du gibst keine Schülerdaten ein. Darfst du das Arbeitsblatt im Unterricht verwenden?

3Wann brauchst du einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)?

Praxis-Aufgabe

Tool-Check und Stop-Liste

Wähle 1-2 KI-Tools, die du aktuell nutzt oder nutzen möchtest. Prüfe sie anhand der 7-Punkte-Checkliste (Anbieter, Server, Datenschutz, AVV, Datentypen, Freigabe, Alternativen). Beginne außerdem eine persönliche Stop-Liste: Welche Arten von Tool-Nutzung kommen für dich ohne Freigabe nicht infrage?

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