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Modul 4 von 5

Interne Regeln & Elternkommunikation

20 Min Lesezeit

Was du in diesem Modul lernst

  • Nach diesem Modul kannst du 5-7 praxistaugliche KI-Grundregeln für dein Team formulieren
  • Nach diesem Modul kannst du einen verständlichen Eltern-Infotext zur KI-Nutzung verfassen
  • Nach diesem Modul kannst du eine gemeinsame Linie für KI und Hausaufgaben im Kollegium vorschlagen

Interne Regeln für das Team

Klare Regeln im Team schaffen Sicherheit und verhindern Fehler. Und das Beste: Die Regeln müssen nicht kompliziert sein.

Beispiel aus dem Alltag: Claudia, Schulleiterin einer Grundschule, hat in einer Gesamtkonferenz 7 einfache Grundsätze vorgestellt. Sie hat sie auf ein DIN-A4-Blatt gedruckt und im Lehrerzimmer aufgehängt. Seitdem weiß jeder im Kollegium, was erlaubt ist und was nicht, und die Unsicherheit ist weg.

Beispiele für interne Grundsätze:

  1. Erlaubte Nutzung: 'Wir nutzen KI-Tools für allgemeine Unterrichtsvorbereitung, Ideenfindung und Textformulierung, ohne personenbezogene Daten.'
  2. Verbotene Nutzung: 'Personenbezogene Daten (Namen, Noten, Förderpläne, Fotos) werden niemals in externe KI-Tools eingegeben.'
  3. Freigegebene Tools: 'Folgende Tools sind durch die Schulleitung/den Träger freigegeben: [Liste]. Andere Tools dürfen nur nach Rücksprache genutzt werden.'
  4. Schülernutzung: 'Schüler nutzen KI-Tools nur unter Aufsicht und nach Einführung von Nutzungsregeln. Kinder unter 16 nutzen keine eigenen KI-Accounts.'
  5. Hausaufgaben: 'Wir haben klare Regeln, wann und wie KI bei Aufgaben und Leistungsnachweisen eingesetzt werden darf.'
  6. Prüfpflicht: 'Jedes KI-generierte Material wird vor dem Einsatz von der Lehrkraft auf Korrektheit und Angemessenheit geprüft.'
  7. Transparenz: 'Wir kommunizieren offen mit Eltern und Schülern über unseren KI-Einsatz.'

So setzt du es um: Plane 20 Minuten in der nächsten Teamsitzung ein. Stelle die 7 Punkte vor, passe sie gemeinsam an eure Einrichtung an und drucke das Ergebnis aus. Das ist kein Mammutprojekt, ein kurzes Gespräch reicht oft.

Elternkommunikation: Transparent und beruhigend

Eltern haben ein Recht auf Information. Gleichzeitig soll die Kommunikation beruhigen, nicht verunsichern.

Beispiel aus dem Alltag: Markus, Kita-Leiter, hat beim Elternabend kurz über KI-Nutzung gesprochen. Sein Ansatz: 'Ich habe nicht gefragt, ob wir KI nutzen dürfen, ich habe erklärt, WIE wir sie nutzen und was wir NICHT tun.' Die Reaktion der Eltern war durchweg positiv. Eine Mutter sagte: 'Gut, dass ihr euch damit beschäftigt und transparent seid.'

Was Eltern wissen sollten:

  • Wofür wird KI genutzt? (z. B. Unterrichtsvorbereitung, Materialerstellung)
  • Was wird NICHT gemacht? (z. B. keine automatische Benotung, keine Schülerdaten in externe Tools)
  • Welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Dos and Don'ts für die Elternkommunikation:

  • DO: Proaktiv informieren, bevor Eltern nachfragen
  • DO: Konkrete Beispiele geben ('Wir nutzen KI z. B. für Arbeitsblätter zum Thema Herbst')
  • DO: Betonen, was ihr NICHT tut ('Keine Kinderdaten in KI-Tools')
  • DON'T: Technischen Jargon verwenden ('LLM', 'Token', 'API')
  • DON'T: Um Erlaubnis bitten, wenn keine Einwilligung nötig ist, das verunsichert
  • DON'T: So tun, als gäbe es keine KI-Nutzung – Transparenz schafft Vertrauen

Textbaustein-Beispiel:

'Liebe Eltern,

an unserer Einrichtung nutzen wir KI-gestützte Werkzeuge, um die Unterrichtsvorbereitung zu erleichtern, zum Beispiel bei der Erstellung von Arbeitsblättern, Textformulierungen oder Projektideen.

Wichtig für Sie zu wissen:

  • Persönliche Daten Ihres Kindes werden nicht in KI-Tools eingegeben.
  • KI wird nicht für Benotung oder Leistungsbewertung eingesetzt.
  • Alle KI-generierten Materialien werden von unseren Lehrkräften geprüft.
  • Die Nutzung folgt den Vorgaben des Datenschutzes.

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.'

Diesen Baustein kannst du an deine Einrichtung anpassen. Tipp: Verschicke den Text nicht nur per Brief, sondern sprich ihn auch kurz beim nächsten Elternabend an, das wirkt persönlicher.

Sonderfall: KI und Hausaufgaben

KI bei Hausaufgaben und Leistungsnachweisen ist ein heißes Thema. Hier ist ein pragmatischer Ansatz.

Beispiel aus dem Alltag: Daniel, Deutschlehrer an einer Stadtteilschule, hat das Problem so gelöst: Er hat mit seiner Klasse 8 offen über KI gesprochen und gemeinsam eine 'Ehrlichkeitsregel' erarbeitet. Die Schüler haben selbst formuliert: 'KI darf uns helfen zu verstehen und zu verbessern, aber abschreiben ist abschreiben, egal ob vom Nachbarn oder von ChatGPT.' Die Regel hängt im Klassenraum.

Klare Regeln helfen:

  • Definiere, wann KI-Nutzung erlaubt ist (z. B. Recherche, Ideensammlung) und wann nicht (z. B. komplette Aufsätze abgeben)
  • Formuliere eine einfache Regel: 'KI darf dir helfen, aber die Arbeit muss von dir sein.'
  • Erkläre den Unterschied zwischen 'KI als Werkzeug' und 'KI als Ghostwriter'

Konkrete Beispiele für Schüler:

  • ERLAUBT: 'Erkläre mir den Unterschied zwischen Metapher und Vergleich' (KI als Nachhilfelehrer)
  • ERLAUBT: 'Gib mir Feedback zu meinem Text' (KI als Korrekturhilfe)
  • NICHT ERLAUBT: 'Schreibe mir einen Aufsatz über Goethes Faust' (KI als Ghostwriter)
  • GRAUZONE: 'Hilf mir bei der Gliederung für meinen Aufsatz' (hier kommt es auf die Aufgabenstellung an)

Für das Kollegium:

  • Einigt euch auf eine gemeinsame Linie. Unterschiedliche Regeln pro Lehrkraft verwirren Schüler und Eltern.
  • Dokumentiert die Regeln schriftlich und kommuniziert sie an Schüler und Eltern.

Pragmatischer Ansatz:

  • KI zu verbieten ist unrealistisch und kontraproduktiv
  • Besser: Kompetenzen im Umgang aufbauen (siehe Kurs 'KI-Kompetenzen stärken')
  • Aufgabenformate anpassen: Mehr Prozessorientierung, mündliche Leistungen, Portfolios

Dein nächster Schritt: Sprich das Thema in der nächsten Fachkonferenz an. Schlagt gemeinsam 3 einfache Regeln vor, die für alle Fächer gelten.

0/3

1Dein Kollegium hat keine gemeinsamen KI-Regeln. Jede Lehrkraft handhabt es anders. Was ist das Problem?

2Was sollte ein Eltern-Infotext zur KI-Nutzung NICHT enthalten?

3Ein Schüler gibt seinen kompletten Aufsatz bei ChatGPT ein und gibt ihn als eigene Leistung ab. Wie gehst du damit um?

Praxis-Aufgabe

Interne Grundsätze und Elterninfo erstellen

Erstelle: (1) 5-7 interne Grundsätze für den KI-Einsatz in deiner Einrichtung ('Wir nutzen KI nur für... / Wir nutzen KI niemals für...'). (2) Einen kurzen Info-Absatz (5-8 Sätze) für Eltern, der den KI-Einsatz erklärt und beruhigt. Passe beides an deine konkrete Einrichtung an.

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