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Modul 2 von 5

Welche Daten, welche Risiken?

20 Min Lesezeit

Was du in diesem Modul lernst

  • Nach diesem Modul kannst du Daten anhand der Daten-Ampel in Grün, Gelb und Rot einordnen
  • Nach diesem Modul kannst du konkret benennen, welche Daten nie in offene KI-Dienste eingegeben werden dürfen
  • Nach diesem Modul kannst du eine persönliche Daten-Ampel für deinen Arbeitsalltag erstellen

Die Daten-Ampel: Grün, Gelb, Rot

Nicht alle Daten sind gleich sensibel. Eine einfache Ampel hilft bei der Einordnung.

Beispiel aus dem Alltag: Thomas, Lehrer an einer Gesamtschule, nutzt ChatGPT täglich. Er hat sich die Daten-Ampel an den Monitor geklebt, und sagt, das war die beste Entscheidung: 'Ich denke jetzt automatisch in Grün, Gelb, Rot, bevor ich etwas eintippe.'

GRÜN – Unproblematisch:

  • Allgemeine Unterrichtsinhalte (z. B. 'Erkläre Photosynthese für Klasse 4')
  • Formulierungshilfen ohne Personenbezug
  • Ideen für Projekte, Ausflüge, Methodenvorschläge
  • Allgemeine Elternbriefe ohne Namen
  • Arbeitsblatt-Entwürfe zu Sachthemen

GELB – Nur mit Vorsicht (anonymisiert):

  • Texte, die auf eine bestimmte Klasse/Gruppe bezogen sind (ohne Namen)
  • Differenzierte Aufgaben für 'ein Kind mit Leseschwierigkeiten' (ohne Name)
  • Protokoll-Gerüste aus Stichpunkten (ohne Namen und sensible Details)

ROT – Nie in offene KI-Tools:

  • Namen von Kindern, Eltern, Kollegen
  • Noten, Zeugnistexte, Lernstandsberichte mit Personenbezug
  • Förderpläne, Diagnosen, Gesundheitsdaten
  • Fotos von Kindern
  • Inhalte aus Elterngesprächen
  • Disziplinarische Vorgänge

Dein Schnelltest vor jeder Eingabe: Stell dir vor, der Text, den du gerade eingeben willst, würde morgen in der Zeitung stehen. Wäre das okay? Wenn nein, nicht eingeben.

Praxisszenarien: Was geht, was nicht?

Hier sind typische Situationen aus dem Alltag von Lehrkräften und Erziehern, und ihre Einordnung:

Szenario 1 – Julia, Grundschullehrerin: Julia lässt sich einen Elternbrief zum Thema Ausflug schreiben: 'Schreibe einen freundlichen Elternbrief: Klasse 3 macht am Freitag einen Ausflug zum Wildpark.'

Bewertung: GRÜN – Solange keine echten Namen, Adressen oder sensiblen Details drin sind. Anlass, Datum und allgemeine Infos sind unproblematisch.

Szenario 2 – Markus, Kita-Leiter: Markus kopiert seine handschriftlichen Notizen aus einem Elterngespräch in ChatGPT, um ein sauberes Protokoll zu erstellen: 'Fasse diese Notizen zusammen: Gespräch mit Frau Meyer, Sohn Leon zeigt aggressives Verhalten...'

Bewertung: ROT – Elterngespräche enthalten sensible, personenbezogene Informationen. Niemals in externe KI-Tools. Markus' bessere Alternative: Er tippt das Protokoll selbst und nutzt ChatGPT nur, um sich eine allgemeine Protokoll-Vorlage erstellen zu lassen.

Szenario 3 – Petra, Förderschullehrerin: Petra braucht differenzierte Aufgaben und schreibt: 'Erstelle Mathe-Aufgaben für ein Kind mit Konzentrationsschwierigkeiten, Klasse 2, Zahlenraum bis 20.'

Bewertung: GRÜN – Solange kein Name oder identifizierbare Details dabei sind. Petra nennt bewusst weder den Namen noch die Schule.

Szenario 4 – Stefan, Klassenlehrer: Stefan hat einen Zeugnistext geschrieben und möchte ihn sprachlich verbessern: 'Formuliere diesen Zeugnistext freundlicher: Max zeigt im Fach Deutsch...'

Bewertung: ROT – Zeugnistexte sind personenbezogene Dokumente. Stefans Alternative: Er nutzt die KI nur für allgemeine Zeugnisformulierungen ohne Personenbezug, z. B. 'Gib mir 5 positive Formulierungen für gute Mitarbeit im Fach Deutsch.'

Szenario 5 – Anna, Erzieherin: Anna plant eine Projektwoche und fragt: 'Gib mir 10 kreative Ideen für eine Projektwoche zum Thema Wald für 5- bis 6-Jährige.'

Bewertung: GRÜN – Keinerlei Personenbezug. Genau so sollte KI-Nutzung aussehen.

Richtig anonymisieren

Manchmal brauchst du KI-Hilfe bei Texten, die eigentlich sensibel sind. Dann anonymisiere konsequent.

Beispiel aus dem Alltag: Lisa, Sonderpädagogin, möchte einen Förderplan-Entwurf mit KI vorbereiten. So macht sie es richtig:

  • FALSCH: 'Schreibe einen Förderplan für Emma Schmidt, 2. Klasse, Grundschule am Park, ADHS-Diagnose seit 2024'
  • RICHTIG: 'Schreibe einen Förderplan-Entwurf für ein Kind in Klasse 2 mit Konzentrationsschwierigkeiten und Bewegungsdrang'

Lisa ergänzt dann den Namen und die konkreten Details manuell in ihrem Dokument.

So anonymisierst du richtig:

  • Namen ersetzen: 'Max Müller' wird zu 'ein Schüler der Klasse 3'
  • Diagnosen verallgemeinern: 'ADHS-Diagnose' wird zu 'Konzentrationsschwierigkeiten'
  • Orte weglassen: Keine Schul- oder Kita-Namen
  • Kombinationen vermeiden: Auch ohne Namen kann eine Person identifizierbar sein, wenn du zu viele Details nennst ('Das einzige Kind mit Rollstuhl in der 2b')

Dos and Don'ts beim Anonymisieren:

  • DO: Allgemeine Beschreibungen verwenden ('ein Kind mit Förderbedarf im Bereich Sprache')
  • DO: Erst anonymisieren, dann eingeben, nicht umgekehrt
  • DO: Den fertigen KI-Text als Gerüst nutzen und Details offline ergänzen
  • DON'T: Nur den Namen weglassen, aber alle anderen Details behalten
  • DON'T: Seltene Merkmale nennen, die eine Person identifizierbar machen
  • DON'T: Darauf vertrauen, dass 'Schüler A' wirklich anonym ist, wenn der Rest des Textes eindeutig ist

Faustregel: Könnte jemand, der den Text liest, erraten, um welche Person es geht? Dann ist es nicht anonym genug.

Wichtig: Anonymisierung ist ein Kompromiss, kein Freifahrtschein. Im Zweifel lieber ohne KI arbeiten als mit unzureichend anonymisierten Daten.

0/3

1Du möchtest einen Förderplan für ein Kind mit KI-Unterstützung erstellen. Wie gehst du vor?

2Welches Szenario ist GRÜN (unproblematisch)?

3Wann ist eine Anonymisierung NICHT ausreichend?

Praxis-Aufgabe

Deine persönliche Daten-Ampel

Erstelle deine eigene Daten-Ampel: Liste je 3-5 Beispiele auf für GRÜN (kann ich bedenkenlos mit KI machen), GELB (nur mit Anonymisierung) und ROT (nie in KI-Tools). Formuliere eine persönliche Faustregel: 'Diese Infos kommen bei mir nie in offene KI-Tools: ...'

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