Was du in diesem Modul lernst
- Nach diesem Modul kannst du Übungsaufgaben mit KI variieren, ohne alles neu zu schreiben
- Nach diesem Modul kannst du individuelle Schwerpunkte setzen (Wiederholung, andere Beispiele)
- Nach diesem Modul kannst du 2-3 Übungsvarianten für einen Lerninhalt skizzieren
Beispiel aus dem Alltag: Sandra und die 20-Aufgaben-Herausforderung
Sandra, Mathelehrerin an einer inklusiven Grundschule, hat ein Kind in der Klasse, das beim Thema 'Teilen mit Rest' deutlich mehr Übung braucht als die anderen. Während die meisten Kinder nach 5 Aufgaben das Prinzip verstanden haben, braucht dieses Kind 20 Aufgaben, aber nicht 20 Mal die gleiche, sondern 20 verschiedene.
Früher hat Sandra abends Aufgaben aus verschiedenen Arbeitsheften zusammengesucht. Das hat 30-40 Minuten gedauert. Jetzt gibt sie der KI den Prompt: 'Erstelle 20 Aufgaben zum Thema Teilen mit Rest für Klasse 3. Dividenden zwischen 10 und 50, Divisoren 3 bis 7. Verschiedene Kontexte: Süßigkeiten verteilen, Kinder in Gruppen teilen, Äpfel aufteilen. Aufsteigende Schwierigkeit.'
In 2 Minuten hat sie 20 passende Aufgaben. Sie prüft sie kurz auf Korrektheit, streicht zwei heraus, die zu ähnlich sind, und druckt den Rest aus. Das Kind bekommt am nächsten Tag sein individuelles Übungsblatt, ohne dass Sandra den halben Abend dafür geopfert hat.
Gleiche Kompetenz, unterschiedliche Zugänge
Nicht jedes Kind lernt gleich. KI hilft, ohne großen Aufwand verschiedene Wege anzubieten:
Prompt für Übungsvarianten:
'Erstelle 3 Übungsvarianten zum Thema [Thema] für Klasse [X]:
Variante A: Basisübung mit Hilfestellung (Satzanfänge, Wortbank, Beispiel vorgemacht)
Variante B: Standardübung ohne Hilfestellung
Variante C: Vertiefungsaufgabe mit Transfer auf einen neuen Kontext
Jede Variante behandelt die gleiche Kompetenz. Formuliere kindgerecht.'
Prompt für andere Kontexte:
'Hier ist eine Aufgabe: [Aufgabe]. Erstelle die gleiche Aufgabe, aber mit einem anderen Kontext. Einmal mit Tieren, einmal mit Fußball, einmal mit Kochen. Gleiche mathematische Anforderung, andere Geschichte. Für Klasse [X].'
Prompt für mehr Wiederholung:
'Erstelle 10 zusätzliche Übungsaufgaben zum gleichen Thema wie diese Aufgabe: [Aufgabe]. Gleicher Schwierigkeitsgrad, aber andere Zahlen und Beispiele. Für Kinder, die mehr Übung brauchen. Steigere die Schwierigkeit leicht von Aufgabe 1 bis Aufgabe 10.'
Prompt für Wahlaufgaben:
'Erstelle zu diesem Thema 6 Aufgaben: [Thema]. Die Kinder sollen sich 3 davon aussuchen. Mache die Aufgaben unterschiedlich im Zugang: eine zum Schreiben, eine zum Zeichnen, eine zum Rechnen, eine zum Erklären, eine zum Sortieren, eine zum Vergleichen. Alle auf dem gleichen Niveau für Klasse [X].'
Das Prinzip: Du schreibst einen Prompt, KI liefert Varianten. Du wählst aus und passt an.
Interessen und Stärken nutzen
Motivation steigt, wenn Aufgaben an Interessen anknüpfen:
Prompt:
'Erstelle eine Textaufgabe zum Thema [Mathe-Thema] für Klasse [X]. Einmal mit dem Kontext Tiere im Zoo, einmal mit dem Kontext Fußball-Turnier, einmal mit dem Kontext Backen. Gleiche mathematische Anforderung, andere Geschichte. Jede Aufgabe maximal 3 Sätze.'
Kinder, die Tiere lieben, bekommen die Zoo-Variante. Kinder, die Fußball mögen, die Turnier-Variante. Die Kompetenz ist dieselbe.
Für Kinder mit Stärken in bestimmten Bereichen:
'Erstelle eine Sachaufgabe zum Thema [Thema], die an das Vorwissen eines Kindes anknüpft, das sich gut mit [Interesse/Stärke] auskennt. Nutze Begriffe und Situationen aus diesem Bereich.'
Praxisbeispiel: Tom, Lehrer in einer 4. Klasse, hat ein Kind mit Förderbedarf im Bereich Lesen, das aber ein großer Dinosaurier-Fan ist. Er lässt alle Lesetexte für dieses Kind in Dinosaurier-Kontexte umschreiben. Der Prompt: 'Schreibe diesen Sachtext über [Thema] so um, dass die Beispiele und Vergleiche aus der Welt der Dinosaurier kommen. Gleicher Inhalt, anderer Kontext. Für ein Kind in Klasse 4 mit Leseschwierigkeiten, also kurze Sätze und einfache Wörter.'
Das ist Differenzierung, die motiviert statt aussondert. Und mit KI geht es oft in Minuten statt in Stunden.
Übungsvarianten erstellen: Dos und Don'ts
- Aufgaben nur kopieren und Zahlen ändern, das ist keine echte Variation
- So viele Varianten erstellen, dass du den Überblick verlierst
- Immer nur leichtere Varianten für Förderkinder, auch Vertiefung anbieten
- KI-Aufgaben ungeprüft drucken, gerade bei Mathe schleichen sich Fehler ein
- Vergessen, das Kind zu fragen, welcher Kontext ihm gefällt
- Immer die gleiche Kompetenz als Basis nehmen, nur den Zugang variieren
- Schwierigkeit bewusst steuern: im Prompt angeben, ob leichter oder schwerer
- Aufgaben vor dem Einsatz auf mathematische oder inhaltliche Korrektheit prüfen
- Kinder Wahlmöglichkeiten geben, das fördert Eigenverantwortung
- Varianten so gestalten, dass kein Kind sich 'abgestempelt' fühlt
1Du brauchst für ein Kind mehr Übungsaufgaben zum gleichen Thema. Was ist der effizienteste KI-Weg?
2Warum ist es sinnvoll, Aufgaben in verschiedenen Kontexten anzubieten?
3Was bedeutet 'gleiche Kompetenz, unterschiedliche Zugänge'?
Praxis-Aufgabe
Übungsvarianten skizzieren
Wähle einen konkreten Lerninhalt aus deinem Unterricht (z. B. Einmaleins, Groß- und Kleinschreibung, Längen messen). Erstelle: (1) Den Basisprompt für 3 Übungsvarianten (Basis mit Hilfe, Standard, Vertiefung). (2) Einen Prompt für 3 verschiedene Kontexte (z. B. Tiere, Sport, Kochen). (3) Notiere für jede Variante, welches Kind in deiner Klasse davon profitieren würde und warum. (4) Schreibe auf, was du am KI-Ergebnis prüfen musst.
Nur für dich. Wird nicht gespeichert und nicht bewertet.