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Modul 1 von 6

Orientierung: KI-Projekte mit Kindern und Jugendlichen

15 Min Lesezeit

Was du in diesem Modul lernst

  • Nach diesem Modul kannst du in eigenen Worten erklären, warum KI-Projekte mit Kindern wichtig sind
  • Nach diesem Modul kannst du den Sicherheitsrahmen für altersgerechte KI-Nutzung benennen
  • Nach diesem Modul kannst du drei Kriterien für kindgerechte KI-Tools nennen

Warum KI-Projekte mit Kindern?

Stell dir vor, eine 9-Jährige sagt zu ihrer Lehrerin: 'ChatGPT hat mir gestern bei den Hausaufgaben geholfen. Aber ich glaube, es hat gelogen.' Ein Satz, der zeigt: Kinder begegnen KI längst im Alltag, mit oder ohne uns. Die Frage ist nicht ob, sondern wie sie KI verstehen lernen.

Drei gute Gründe für KI-Projekte im Unterricht:

  1. Realitätsnähe: KI ist Teil der Lebenswelt deiner Schüler – YouTube-Empfehlungen, Snapchat-Filter, Sprachassistenten zuhause, ChatGPT-Hausaufgabenhilfe. Wenn die Schule sie nicht thematisiert, lernen Kinder unkritisch und ungefiltert.
  2. Kompetenzaufbau: Kinder, die KI früh kennenlernen, entwickeln kritisches Denken. Sie lernen, dass KI-Antworten nicht automatisch wahr sind. Sie üben, gute Fragen zu stellen. Sie verstehen Grenzen.
  3. Faszination und Motivation: KI-Projekte machen Kindern Spaß. Sie sind oft hochmotiviert, weil sie etwas Neues entdecken. Diese Motivation kannst du didaktisch nutzen.

Was du in dieser Fortbildung bekommst:

Konkrete Projekte, die sofort umsetzbar sind. Keine Theorie-Wüste. Sechs Projektideen (drei für Grundschule, drei für Sek I), Sicherheitsrahmen, Materialvorlagen und einen Aktionsplan.

Der Sicherheitsrahmen: Was du wissen musst

KI-Projekte mit Kindern brauchen einen klaren Rahmen. Hier sind die fünf Regeln, die für alle Projekte in dieser Fortbildung gelten:

Regel 1: Keine personenbezogenen Daten von Kindern in KI-Tools

Keine Namen, keine Klassenfotos, keine individuellen Beobachtungen. Wenn Kinder mit KI arbeiten, geben sie nichts ein, was sie identifiziert.

Regel 2: Lehrkraft am Steuer (zumindest in der Grundschule)

In der Grundschule läuft die KI-Interaktion oft über das Lehrergerät am Beamer. So hast du Kontrolle über Inhalte und kannst einschreiten, wenn etwas Problematisches kommt.

Regel 3: Tool-Auswahl bewusst

Nicht jedes KI-Tool ist für Kinder geeignet. Achte auf: Anmeldefreiheit (oder Schul-Account), klare Altersgrenzen, gefilterte Inhalte. Altersfreigabe und Datenschutz prüfst du vor dem Einsatz.

Regel 4: Eltern informieren

Vor dem ersten KI-Projekt: Kurzer Elternbrief. Worum geht es? Welche Tools? Welche Sicherheitsmaßnahmen? Eltern müssen informiert sein. Ob zusätzlich eine Einwilligung nötig ist, klärst du vorher mit Schulleitung und Datenschutzbeauftragten.

Regel 5: Notfallplan

Was tust du, wenn ein Tool plötzlich etwas Unangemessenes generiert? Antwort: Bildschirm aus, kurz pädagogisch einordnen, weitermachen. Kein Drama, aber auch kein Wegschauen.

Tipp

Welche Tools eignen sich für Kinder?

Für die Grundschule (zentral über Lehrergerät):

  • ChatGPT (kostenlose Version, nur Lehrer-Account, kein Schüler-Login)
  • fobizz für Schule (schulische Lizenzen, Datenschutz vorab prüfen)
  • schulKI (deutsche Plattform, speziell für Schulen)

Für Sek I (mit Schüler-Beteiligung):

  • fobizz (Zugang über die Schule, Altersfreigabe und Datenschutz vorab klären)
  • schulKI
  • ChatGPT nur nach Prüfung von Altersfreigabe und Datenschutz, am besten gemeinsam am Lehrergerät

Für ML-Projekte (Modul 5):

  • Teachable Machine (Google, kostenlos, keine Anmeldung), gut geeignet für 'Daten, Muster, Vorhersagen'
  • Quick Draw (Google), spielerisches Erkennen von Zeichnungen
  • Machine Learning for Kids (kostenlos, Brückenangebot zu Scratch)

NICHT empfohlen für Klassen mit Kindern unter 16:

  • Eigene Schüler-Logins bei ChatGPT, Claude, Gemini (Altersgrenzen!)
  • Bildgeneratoren ohne zuverlässige Inhaltsfilter
  • Tools, die Sprachaufnahmen verlangen (Datenschutz-Risiko)
0/3

1Was ist der wichtigste Grund, KI-Projekte mit Kindern zu machen?

2Welche Regel gilt für KI-Tools mit Kindern?

3Wie sollte die KI-Interaktion in der Grundschule typischerweise ablaufen?