Du entdeckst ein vielversprechendes KI-Tool, öffnest es kurz, und dann kommt sofort die Frage: Darf ich das eigentlich einsetzen? Sind die Server in Deutschland? Was ist mit dem Datenschutz? Genau dieser Moment ist der Ausgangspunkt dieses Vergleichs. Datenschutzfreundliche KI-Tools für Schule, Kita und GBS müssen konkrete Kriterien erfüllen. Dieser Artikel zeigt, welche Tools diese Kriterien nach Angaben der Anbieter erfüllen und für den deutschen Bildungsalltag geeignet sind.

Woran du ein datenschutzfreundliches KI-Tool erkennst

Bevor Tools verglichen werden, braucht es klare Kriterien. Entscheidend für den Einsatz in Schule, Kita und GBS sind:

  • Serverstandort in der EU oder in Deutschland, nicht USA oder China
  • AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) muss vorliegen oder auf Anfrage verfügbar sein
  • Kein Training mit Eingaben: vertraglich ausgeschlossen
  • Datensparsamkeit: kein Konto für Schüler nötig
  • Keine Weitergabe personenbezogener Daten an externe KI-Anbieter

Tools wie fobizz und schulKI setzen dafür auf Proxy-Server: Sie entfernen oder maskieren bestimmte Angaben, bevor eine Anfrage an ein externes KI-Modell weitergeht. Ob dabei alle personenbezogenen Daten erfasst werden, hängt vom Tool ab. Gib deshalb auch dort keine Namen von Kindern ein.

Datenschutzfreundliche KI-Tools für Lehrkräfte

schulKI ist ein einfacher Einstieg: Laut Anbieter ist es kostenlos, ohne Registrierung nutzbar und speziell für Schulen entwickelt. Bild-, Audio- und Video-KI sind enthalten, und Lehrkräfte können Aufgaben für Schüler über eine Kontrollfunktion begleiten.

fobizz ist ein Komplettpaket: KI-Assistenz, Fortbildungen und ein vollständiger Unterrichts-Workflow in einer Plattform. Lehrkräfte können Schülereingaben einsehen, ein Filter warnt bei personenbezogenen Eingaben, laut Anbieter liegt ein AVV vor. Die Basislizenz ist laut Anbieter kostenlos.

paddy.app geht einen Schritt weiter: Die KI kennt den eigenen Materialschatz der Lehrkraft durch Datei-Upload und erstellt daraus kontextsensitiv neue Materialien. Sinnvoll für alle, die vorhandene Unterlagen weiternutzen wollen.

FelloFish (ehemals Fiete.ai) hat sich auf Schreibkompetenz und formatives Feedback spezialisiert. Schüler erhalten individuelles Feedback auf ihre Texte, anhand von Kriterien, die die Lehrkraft selbst festlegt. Laut Anbieter liegt ein AVV vor, und Nutzerdaten werden nicht zum Training genutzt.

Im Tool-Verzeichnis findest du diese und weitere KI-Tools sortiert nach Einsatzgebiet. Prüfe Preise und AVV vor dem Einsatz auf den Seiten der Anbieter.

Was ist mit ChatGPT, Copilot und Co.?

Allgemeine KI-Assistenten sind leistungsstark, aber für den direkten Einsatz mit Schülern in deutschen Schulen nicht ohne Weiteres geeignet. ChatGPT lässt sich nur mit einem kostenpflichtigen Team- oder Enterprise-Plan mit AVV oder über die API so konfigurieren, dass DSGVO-Anforderungen erfüllt werden. Microsoft Copilot lässt sich in einer passend eingerichteten Microsoft-365-Schulumgebung einsetzen. DeepSeek hat Server in China und keinen EU-Angemessenheitsbeschluss. Für den Einsatz in Einrichtungen ist es nicht geeignet.

KI-Apps für Kita und GBS

Für Kitas und GBS-Einrichtungen gibt es spezialisierte Plattformen, die pädagogische Dokumentation, Elternkommunikation und Verwaltung verbinden.

Kitaversum bietet unter anderem KI-Textvorschläge für Entwicklungsberichte und Elternkommunikation sowie eine KI-gestützte Dienstplanung. Laut Anbieter stehen die Server in Deutschland, und es gibt einen AVV.

KITALINO setzt auf digitale Portfolios, Lerngeschichten und Sprachstandserhebung. Eine integrierte KI-Assistenz soll Fachkräfte bei Handbuch- und Dokumentationsfragen unterstützen. Auch hier stehen die Server laut Anbieter in Deutschland.

Beide Tools sollten vor der Einführung mit Träger und Leitung abgestimmt werden, und ein AVV sollte schriftlich vorliegen.

Fünf Fragen vor dem ersten Einsatz

Bevor ein Tool fest eingeführt wird, lohnt sich ein kurzer Check:

Verantwortungsvoll starten

Datenschutz bei KI-Tools ist kein Bürokratiethema, sondern eine Frage der pädagogischen Verantwortung. Einige Grundregeln helfen:

  • Keine Namen von Kindern oder Schülern in KI-Tools eingeben, solange kein AVV vorliegt
  • Eltern informieren bei regelmäßigem Einsatz
  • DSGVO gilt für alle Tools, auch auf Dienstgeräten und auch für die weniger offensichtlichen
  • Neue Tools immer zuerst mit der Schulleitung oder dem Träger besprechen

Fazit

Der schnellste Weg in einen datenschutzfreundlichen KI-Einstieg: schulKI öffnen, ohne Anmeldung ausprobieren, erste Unterrichtsmaterialien erstellen. Wer mehr will, findet im Tool-Verzeichnis weitere Tools nach Einrichtungsart sortiert. Und wer unsicher ist, startet mit den Fortbildungen ohne Vorwissen.