Was du in diesem Modul lernst
- Nach diesem Modul kannst du ein einseitiges KI-Merkblatt mit allen nötigen Bestandteilen für dein Team erstellen
- Nach diesem Modul kannst du drei konkrete nächste Schritte mit Zeitrahmen für deine Einrichtung benennen
- Nach diesem Modul kannst du neue KI-Tools eigenständig auf Datenschutzkonformität einschätzen
Bestandteile einer Mini-Policy
Ein Merkblatt muss nicht lang sein. Eine Seite reicht. Wirklich, eine einzige Seite. Wenn es länger ist, liest es niemand.
Beispiel aus dem Alltag: Heike, Konrektorin an einer Oberschule, hat ihr KI-Merkblatt auf genau eine DIN-A4-Seite gebracht. Sie hat es laminiert und in jeden Klassenraum gehängt. Ihr Tipp: 'Schreib es so, dass jemand es in 2 Minuten lesen und verstehen kann, auch eine Vertretungslehrkraft, die zum ersten Mal an eurer Schule ist.'
Diese Elemente sollte es enthalten:
1. Zweck (2-3 Sätze)
Warum beschäftigen wir uns mit KI? Was ist das Ziel?
Beispiel: 'Wir nutzen KI-Tools zur Entlastung bei der Unterrichtsvorbereitung und Kommunikation. Dabei achten wir auf Datenschutz und pädagogische Qualität.'
2. Zulässige Einsatzbereiche (Stichpunkte)
Wofür darf KI genutzt werden? Z. B. Materialerstellung, Textformulierung, Ideenfindung.
3. Verbotene Nutzung (Stichpunkte)
Was ist tabu? Z. B. personenbezogene Daten eingeben, automatische Benotung.
4. Datenregeln (Stichpunkte)
Welche Daten dürfen nie in KI-Tools? Verweis auf die Daten-Ampel.
5. Freigegebene Tools (Liste)
Welche Tools sind offiziell erlaubt?
6. Zuständigkeit (1-2 Sätze)
Wer ist Ansprechperson? Schulleitung, Datenschutzbeauftragte.
7. Überprüfung (1 Satz)
Wann wird das Merkblatt aktualisiert? Z. B. jährlich oder bei neuen Tools.
Dos and Don'ts für dein Merkblatt:
- DO: Kurz und konkret formulieren – Stichpunkte statt Fließtext
- DO: Positiv formulieren, erst was erlaubt ist, dann was nicht
- DO: Konkrete Tool-Namen nennen, nicht nur abstrakte Regeln
- DON'T: Juristische Fachsprache verwenden, schreib für Menschen, nicht für Anwälte
- DON'T: Alles verbieten, das demotiviert und wird ignoriert
- DON'T: Das Merkblatt in einer Schublade verschwinden lassen
Beispiel: Fertiges Merkblatt
Hier ist ein konkretes Beispiel, so könnte dein fertiges Merkblatt aussehen. Es gehört zu Heike, der Konrektorin aus dem vorigen Abschnitt, einer erfundenen Beispielperson.
KI-Nutzung an der [Einrichtung] – Merkblatt für das Team
Zweck: Wir nutzen KI-Tools zur Erleichterung der Unterrichtsvorbereitung und Verwaltungsarbeit. Dabei achten wir auf Datenschutz und prüfen alle Ergebnisse.
Erlaubt:
- Materialerstellung, Ideenfindung, Textformulierung ohne Personenbezug
- Differenzierung von Aufgaben (anonymisiert, z. B. 'Aufgaben für ein Kind mit Leseschwierigkeiten')
- Zusammenfassung von allgemeinen Inhalten
- Erstellung von Elternbriefen ohne personenbezogene Daten
Nicht erlaubt:
- Eingabe von Namen, Noten, Förderplänen, Fotos in externe KI-Tools
- Automatische Benotung oder Leistungsbewertung durch KI
- Nutzung nicht freigegebener Tools mit Schülern
- Hochladen von Fotos oder Videos von Kindern in Bild-KIs
Datenregeln: Siehe Daten-Ampel (Anhang). Im Zweifel: keine personenbezogenen Daten eingeben. Faustregel: Wenn du überlegst, ob es okay ist, ist es das wahrscheinlich nicht.
Freigegebene Tools: [hier eure Tools eintragen]
Ansprechperson: [Schulleitung/Name] und [DSB/Name]
Nächste Überprüfung: [Datum, z. B. Schuljahresbeginn 2026/27]
Dieses Beispiel kannst du als Vorlage für dein eigenes Merkblatt nutzen. Kopiere es, passe es an und besprich es mit deiner Schulleitung. So hast du schnell einen ersten Entwurf.
Nächste Schritte nach diesem Kurs
Du hast jetzt eine solide Grundlage. Hier sind konkrete nächste Schritte, nicht 'irgendwann mal', sondern mit klarem Zeitrahmen.
Beispiel aus dem Alltag: Sabine, Klassenlehrerin, hat sich nach dem Kurs genau drei Dinge vorgenommen, und alle drei in zwei Wochen umgesetzt. Ihr Tipp: 'Nimm dir nicht zu viel vor. Drei konkrete Schritte sind besser als zehn gute Vorsätze.'
Sofort (diese Woche):
- Eigene KI-Nutzung anhand der Daten-Ampel überprüfen: Hast du in der Vergangenheit versehentlich sensible Daten eingegeben? Wenn ja, kein Drama, aber ab jetzt anders.
- Bei der Schulleitung oder dem Träger nachfragen, welche KI-Tools offiziell freigegeben sind. Eine einfache E-Mail oder Frage im Vorbeigehen reicht.
Kurzfristig (nächste Wochen):
- Merkblatt-Entwurf mit der Schulleitung oder dem Team besprechen. Du hast in diesem Modul eine Vorlage, passe sie an deine Einrichtung an.
- Eltern-Infotext abstimmen und versenden. Nutze den Textbaustein aus Modul 3 als Startpunkt.
- Datenschutzbeauftragte kontaktieren bei offenen Fragen. Schreib dir die Fragen vorher auf, das spart beiden Seiten Zeit.
Mittelfristig (dieses Halbjahr):
- KI-Regeln für Hausaufgaben und Leistungsnachweise im Team vereinbaren
- Neue Tools vor Einführung systematisch mit der Checkliste prüfen
- Merkblatt jährlich aktualisieren
Dein persönlicher Fahrplan: Schreib dir jetzt drei konkrete To-dos auf, mit Datum. Nicht zehn, nicht fünf. Drei. Das reicht für den Anfang und ist realistisch umsetzbar.
Wichtig: Datenschutz und Recht sind kein einmaliges Thema. Bleib informiert, tausche dich mit Kollegen aus und frage nach, wenn du unsicher bist.
Tipp
Praxis-Tipps
- Perfektionismus bremst: Ein einfaches Merkblatt ist besser als keines.
- Hol dir Verbündete: Sprich das Thema in der nächsten Teamsitzung an.
- Dokumentiere Entscheidungen: Wenn die Schulleitung ein Tool freigibt, halte das schriftlich fest.
- Nutze die DSGVO-Ampel auf kinderleicht.ai als schnelle Orientierung bei der Tool-Auswahl.
- Bleib pragmatisch: Nicht jede KI-Nutzung braucht einen Vertrag. Aber jede Nutzung mit Schülerdaten braucht eine Grundlage.
Praxis-Aufgabe
In den nächsten 7 Tagen umsetzen
Nimm dir diese konkreten Schritte für die nächste Woche vor.
1Was ist das Wichtigste an einer Mini-Policy für KI im Schulkontext?
2Wen solltest du als Erstes kontaktieren, wenn du unsicher bist, ob ein KI-Tool datenschutzkonform ist?
3Wie oft sollte ein KI-Merkblatt aktualisiert werden?
Praxis-Aufgabe
Dein Merkblatt und nächste Schritte
Erstelle ein einseitiges Merkblatt (Stichpunkte) für dein Team mit: Zweck, erlaubte/verbotene Nutzung, Datenregeln, freigegebene Tools, Ansprechperson, Überprüfungsdatum. Notiere außerdem: Welche 2-3 Punkte klärst du als Nächstes mit Leitung/Träger/Datenschutzbeauftragtem?
Nur für dich. Wird nicht gespeichert und nicht bewertet.