Was du in diesem Modul lernst
- Nach diesem Modul kannst du 5 Beispiele für Daten nennen, die niemals in ein KI-Tool eingegeben werden dürfen
- Nach diesem Modul kannst du ein KI-Tool anhand des kinderleicht.ai-Ampelsystems in Grün, Gelb oder Rot einordnen
- Nach diesem Modul kannst du die Datenschutz-Checkliste auf deine eigene Einrichtung anwenden
Warum Datenschutz kein Papierkram ist
Datenschutz klingt nach Paragraphen und Formularen. Aber eigentlich geht es um etwas Einfaches: Die Kinder und Familien, mit denen du arbeitest, vertrauen dir. Sie geben dir Einblick in ihre Situation, ihre Sorgen, ihre Entwicklung. Dieses Vertrauen darfst du nicht verspielen, indem sensible Informationen in einem KI-Tool landen, das Daten auf Servern in den USA speichert. Datenschutz ist kein bürokratisches Hindernis, er ist die Grundlage dafür, dass Familien dir weiterhin vertrauen.
Die 3 Grundregeln
1. Keine personenbezogenen Daten eingeben
Alles, was eine Person identifizierbar macht, hat in öffentlichen KI-Tools nichts zu suchen: Namen, Adressen, Geburtsdaten, Fotos, Diagnosen, Förderpläne.
2. Tool-Standort kennen
Wo stehen die Server? Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)? Tools mit Servern in der EU und AVV sind grundsätzlich sicherer. Auf kinderleicht.ai findest du bei jedem Tool die DSGVO-Ampel.
3. Im Zweifel: Anonymisieren
Wenn du eine Situation beschreiben willst, nutze Platzhalter: "Ein Kind in meiner Gruppe" statt des echten Namens. "Eine Familie mit Migrationshintergrund" statt Details, die identifizierbar machen.
Was darf rein, was nicht?
- Echte Namen von Kindern oder Familien
- Geburtsdaten, Adressen, Telefonnummern
- Diagnosen, Förderpläne, Gutachten
- Fotos oder Dokumente mit personenbezogenen Daten
- Inhalte aus vertraulichen Elterngesprächen
- Anonymisierte Beispiele: "Ein Kind in meiner Gruppe" statt des Namens
- DSGVO-grüne Tools aus der kinderleicht.ai-Liste wählen
- Fertige Entwürfe vor dem Versand immer gegenlesen
- Kollegen auf die DSGVO-Ampel hinweisen
- Nur so viel eingeben, wie für das Ergebnis nötig ist
Das Ampelsystem von kinderleicht.ai
Auf kinderleicht.ai hat jedes Tool eine farbige DSGVO-Bewertung:
Grün: Diese Bewertung bekommt ein Tool in drei Fällen:
- Server in der EU oder einem gleichgestellten Land wie der Schweiz, AVV vorhanden, keine Nutzung der Daten für Training
- Software, die lokal oder auf einem eigenen Server der Einrichtung läuft
- Nutzung ohne Konto und ohne Eingabe personenbezogener Daten
Die Bedenken sind dann gering. Prüfe trotzdem die Vorgaben deines Trägers.
Gelb: Es gibt Einschränkungen, z. B. Server in den USA mit EU-Standardvertragsklauseln oder unklare Angaben zum Datentraining. Nutze es nur mit anonymisierten Daten.
Rot: Kritisch für den Einsatz in Bildungseinrichtungen. Keine AVV, verdeckter Betreiber, unklare Datenverarbeitung oder bekannte Datenschutzprobleme. Nur für rein private Nutzung geeignet.
Diese Ampel ist eine Orientierungshilfe. Für verbindliche Entscheidungen wende dich an deinen Datenschutzbeauftragten.
Reflexionsfrage
Hast du schon mal personenbezogene Daten in ein KI-Tool eingegeben? Was würdest du heute anders machen?
Nur für dich. Wird nicht gespeichert und nicht bewertet.
Wissens-Check
1Welche dieser Informationen darfst du in ein öffentliches KI-Tool eingeben?
2Was bedeutet eine gelbe DSGVO-Ampel bei kinderleicht.ai?
3Deine Einrichtung will ein neues KI-Tool einsetzen. Welches Dokument sollte der Anbieter bereitstellen?
4Dein Kollege möchte einen Förderplan mit KI erstellen. Was rätst du ihm?
5Was solltest du tun, bevor du ein neues KI-Tool in deiner Einrichtung einsetzt?
6Du willst mit ChatGPT einen Förderplan formulieren. Welche Eingabe ist datenschutzkonform?
Datenschutz in der Praxis: Kita-Beispiel
Erzieherin Marie möchte einen Entwicklungsbericht vorbereiten. Statt "Lena M., geb. 12.03.2021, zeigt Auffälligkeiten in der Feinmotorik" schreibt sie in ChatGPT:
"Formuliere einen Entwicklungsbericht für ein 4-jähriges Mädchen in einer Kita. Das Kind zeigt Fortschritte in der Sprachentwicklung und bildet jetzt Drei-Wort-Sätze. Die Feinmotorik ist noch ausbaufähig, besonders beim Schneiden mit der Schere."
Kein Name, kein Geburtsdatum, keine Adresse. Das Ergebnis passt sie dann mit den echten Details an, nachdem sie es aus dem KI-Tool kopiert hat.
Datenschutz in der Praxis: Schul-Beispiel
Lehrer Thomas will differenzierte Aufgaben für seinen Sachunterricht erstellen. Er schreibt nicht: "Erstelle Aufgaben für meine Klasse 3b an der Grundschule Musterweg in Hamburg."
Stattdessen: "Erstelle 3 Aufgaben zum Thema Wasserkreislauf für eine 3. Klasse, aufgeteilt in leicht, mittel und schwer."
Keine Schulnamen, keine Klassennamen, keine Ortsinformationen. Die KI braucht diese Details nicht, um gute Ergebnisse zu liefern.
Das Wichtigste auf einen Blick
Regel 1: Keine personenbezogenen Daten eingeben. Namen, Adressen, Fotos und Diagnosen gehören nicht in KI-Tools.
Regel 2: Serverstandort und AVV prüfen. Eine grüne Ampel auf kinderleicht.ai gibt es in drei Fällen: Server in der EU oder einem gleichgestellten Land wie der Schweiz, mit AVV und ohne Datentraining; Software, die lokal oder auf einem eigenen Server der Einrichtung läuft; Nutzung ohne Konto und ohne Eingabe personenbezogener Daten.
Regel 3: Im Zweifel anonymisieren. Statt echten Namen Platzhalter verwenden.
Regel 4: Ergebnisse immer gegenlesen. KI-generierte Texte sind Entwürfe, keine fertigen Dokumente.
Regel 5: Im Team transparent sein. Alle sollten wissen, welche Tools genutzt werden und welche Regeln gelten.
Praxis-Aufgabe
Datenschutz-Checkliste für dein Team
Gehe diese Checkliste durch und hake ab, was in deiner Einrichtung bereits umgesetzt ist.
Praxis-Aufgabe
Anonymisierung üben
Nimm eine echte Situation aus deinem Alltag (Förderplan, Elterngespräch, Beobachtung) und schreibe sie so um, dass keine Person identifizierbar ist. Wie würdest du sie in ein KI-Tool eingeben?
Nur für dich. Wird nicht gespeichert und nicht bewertet.